Ganzheitlich gegen Arthrose: Von klassischen bis komplementären Therapien

Arthrose zählt zu den weltweit häufigsten Gelenkerkrankungen unter Erwachsenen und tritt vornehmlich in fortgeschrittenem Alter auf. Sie ist bis heute mit klassischen Methoden nicht heilbar. Komplementär- und alternativmedizinische Ansätze liefern gleichwohl probate Therapien, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und Schmerzen effektiv zu lindern. Vor diesem Hintergrund widmet sich dieser Artikel eingehend den vielfältigen Therapieansätzen bei Arthrose, von klassisch bis integrativ.

Nahaufnahme der Hände einer älteren Person, die ihr Knie sanft umfasst, möglicherweise Schmerzempfinden andeutend.

Arthrose manifestiert sich besonders häufig in den Bereichen der Finger, Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Foto: Shutterstock

Vermutlich kennen Sie das Sprichwort, wonach „etwas wie geschmiert läuft“. Im übertragenen Sinn bedeutet es in etwa, dass eine Sache oder ein Vorhaben reibungslos wie geplant vonstatten geht. Eigentlich stammt die Sentenz aber aus der Maschinentechnik und meinte dort, dass alle Teile gut geölt waren, um einwandfrei arbeiten zu können. Fehlende „Gelenkschmiere“ war und ist gleichbedeutend mit Funktionsstörung. Diese Gleichung gilt auch für die menschlichen Gelenke: Hier ist es der elastische Gelenkknorpel, der dafür sorgt, dass die Knochen bei Bewegung nicht aneinanderreiben und sich im Laufe der Zeit zwangsläufig „abhobeln“. Die Gelenkschmiere ernährt den Gelenkknorpel und beide arbeiten im Team als Stoßdämpfer im Gelenk.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die eine Zerstörung des Gelenkknorpels bewirkt und in Folge auch zu Schädigungen an Knochen, Bändern und Muskeln führen kann. Im englischsprachigen Raum wird häufig die Bezeichnung Osteoarthritis verwendet – was jedoch irreführend ist, da das Suffix „itis“ in der Medizin gemeinhin ausschließlich für entzündliche Vorgänge verwendet wird. Die Arthrose hat aber, anders als beispielsweise die rheumatoide Arthritis, keine primär entzündlichen Ursachen. Sie kann daher in einem frühen Stadium auch nicht über Entzündungsmarker im Blut diagnostiziert werden.1

Der Abbau des Gelenkknorpels führt zu Bewegungseinschränkungen und Behinderungen im alltäglichen Leben – und verursacht in aller Regel heftige Schmerzen. Arthrose kann prinzipiell alle Gelenke befallen. Am weitaus häufigsten wird die degenerative Gelenkerkrankung jedoch an den Fingergelenken, an den Knie-, Hüft- und Zwischenwirbelgelenken diagnostiziert. Betroffen sind dann zumeist alle Gelenkanteile, also Knorpel und Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln sowie die Gelenkkapsel.

Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwischen der primären Arthrose, die durch Alter, Geschlecht, Übergewicht und auch Gelenkfehlstellungen begünstigt wird. Daneben gibt es die sekundäre Arthrose, die sich auf gelenkschädigende Ereignisse zurückführen lässt, also beispielsweise Knochenbrüche, Bänder- oder Sehnenrisse, Überbeanspruchung durch Sport oder bestimmte berufliche Tätigkeiten.3

Wie entsteht und entwickelt sich Arthrose?

Es liegt auf der Hand, dass die Degeneration des Gelenkknorpels wesentlich und zumeist durch das Alter des Menschen begünstigt wird. Analysen des Robert-Koch-Instituts kommen zu dem Ergebnis, dass in Deutschland ab dem 60. Lebensjahr rund die Hälfte aller Frauen und ein knappes Drittel aller Männer mehr oder minder stark von Arthrose betroffen sind. Fest steht inzwischen auch, dass Übergewicht die Entstehung der degenerativen Gelenkerkrankung, insbesondere im Kniegelenk, begünstigt. Das RKI-Gesundheitsmonitoring konnte einen linearen Zusammenhang von Body-Mass-Index und Arthrose nachweisen.2

Arthrose beginnt zunächst meist mit diffusen Steifheitsgefühlen und dem sogenannten „Anlaufschmerz“. Das sind Gelenk- oder Sehnenschmerzen, die sich zu Beginn einer Bewegung bemerkbar machen – insbesondere morgens direkt nach dem Aufstehen, aber auch nach längerem Sitzen. Gelegentlich zeigen sich erste Schwellungen am Gelenk. Im fortschreitenden Verlauf tritt erst ein Belastungs-, später dann ein Dauerschmerz mit empfindlicher Bewegungseinschränkung ein.

Konventionelle Behandlungsmethoden und deren Grenzen

Nach derzeitigem Wissensstand ist Arthrose nicht heilbar. Ziel einer jeden Behandlung ist daher die Schmerzreduktion einerseits sowie der möglichst langfristige Erhalt der Funktionsfähigkeit des oder der betroffenen Gelenke andererseits. Sämtliche Therapiemaßnahmen sollten idealerweise auf die spezielle Symptomatik sowie die Konstitution und das Alter des jeweiligen Patienten abgestimmt sein.

Die klassische Behandlung gründet auf zwei Pfeilern: Der medikamentösen Behandlung zur Verringerung des Schmerzes und der nichtmedikamentösen Therapie, die stets die aktive Mitarbeit des Patienten voraussetzt.4

Medikamentöse Therapie

Medikamente, die der Arthrose direkt entgegenwirken, sind noch nicht erfunden worden. Die zu Beginn zumeist eingesetzten nichtsteroidalen Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac) sollen den Schmerz lindern, um so eine (Wieder-) Belastung des betroffenen Gelenks zu ermöglichen. Sie haben allerdings eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die sich in erster Linie im Magen-Darm-Trakt manifestieren können: Dazu zählen vergleichsweise harmlose Magenschleimhautentzündungen, aber auch bedenkliche Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre. Besondere große Vorsicht ist bei Patienten mit kardiologischen Vorerkrankungen geboten.

Opioidanalgetika werden zur Behandlung sehr heftiger chronischer Schmerzen ausschließlich in den Stufen zwei und drei des WHO-Stufenschemas eingesetzt. Sie bergen ein hohes Abhängigkeitsrisiko, bringen zahlreiche Nebenwirkungen mit und werden in der Arthrose-Therapie für gewöhnlich nur in Ausnahmefällen verordnet.2

Nichtmedikamentöse Therapie

Die nichtmedikamentöse Therapie erfordert zunächst eine umfassende Aufklärung des Patienten über die Erkrankung, den möglichen Verlauf und die Notwendigkeit eventuelle, alltägliche Gewohnheiten zu ändern. Übergewicht beispielsweise zählt zu den erwiesenen Risikofaktoren: Nicht nur weil die Gelenke durch das Zuviel an Kilos unverhältnismäßig belastet werden, sondern auch, weil übermäßiges Bauchfett eine systemische Entzündung befeuern kann, die den Knorpel zusätzlich schädigt. Eine Gewichtsreduktion gehört daher ganz oben auf die To-do-Liste.5

Direkt an zweiter Stelle folgt mangelnde Bewegung, denn, wie oben erwähnt, bewirkt nur die konsequente Nutzung des Gelenks, dass die nährende Gelenkflüssigkeit den Knorpel mit allem versorgt, was er braucht. Zur Unterstützung eines gezielten Bewegungstrainings empfehlen sich:

  • Physiotherapie und isometrisches Muskeltraining,
  • Ergotherapie mit Gelenkschutztraining,
  • physikalische Therapien mit Massagen, Kälte- und Wärmeanwendungen.

Operativer Eingriff

Als allerletzten Ausweg bietet die Schulmedizin eine Reihe von operativen Therapiemethoden bei Arthrose an. Sie reichen von gelenkerhaltenden bis gelenkersetzenden Operationen. Eine fundierte Bewertung dieser Maßnahmen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen und bleibt einer gesonderten Betrachtung vorbehalten.

Komplementär- und alternativmedizinische Ansätze bei Arthrose

Da die Arthrose als degenerative Gelenkerkrankung vornehmlich im fortgeschrittenen Alter auftritt, muss vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem damit verbundenen steigenden Anteil älterer Menschen in den nächsten Dekaden mit einer wachsenden Zahl an Erkrankungen gerechnet werden. Umso schwerer wiegt der Umstand, dass überprüfbare Forschungsergebnisse und belegbare Studien zur Wirksamkeit von komplementär- und alternativmedizinischen Behandlungsansätzen nur in sehr fokussierter Form vorliegen.

Kleinere Studien weisen zwar immer mal wieder positive Effekte auf den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden der Patienten nach – aber es fehlt der Gesamtüberblick, der eine individuell abgestimmte Therapie der Arthrose erleichtern würde. So bleibt es für ratsuchende Patienten oft ein Glücksspiel, ob sie an einen Arzt geraten, der sich „zufällig“ auch mit den ohne Zweifel wirksamen Naturheilmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln auskennt. Eine insgesamt recht unbefriedigende Gesamtsituation, die einerseits das Gesundheitssystem in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig belasten, andererseits nicht unerhebliche, indirekte Kosten durch frühe Arbeitsunfähigkeit und Invalidität verursachen kann.

1. Phytotherapie

Zu den unter diesen Maßgaben noch am besten erforschten Komplementärbehandlungen von Arthrose gehört die Phytotherapie. Wobei auch auf diesem Feld die Schwierigkeit besteht, sich bei der Fülle pflanzlicher Arzneimittel auf die tatsächlich hilfreichen zu konzentrieren. Grundsätzlich sollten Phytotherapeutika bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt werden: Sie hemmen Entzündungsherde, lindern Schmerzen und erhöhen die empfundene Lebensqualität – auch weil sie durchweg besser verträglich sind als klassische Schmerzmedikamente.

Vor allem für Arzneien aus der Wurzel der Teufelskralle liegen überprüfbare Wirksamkeitsstudien vor. Der Extrakt nimmt langanhaltenden Einfluss auf die typischen Arthrose-Schmerzen, vermindert den erwähnten Anlaufschmerz und die Morgensteifigkeit – die Einnahme von synthetischen Schmerzmitteln kann deutlich reduziert oder ganz unterlassen werden.6

Weidenrinde ist reich an Salicin, Grundlage für die synthetische Acetylsalicylsäure ASS, und wird seit Jahrtausenden als Schmerzmittel verwendet. Brennesselextrakt stellt im Laborversuch seine blockierende Wirkung auf die entzündungsfördernden Botenstoffe Zytokine unter Beweis. Gleiches gilt für Kurkuma und Boswellia.

Die jeweiligen Dosierungen der Phytotherapeutika müssen immer speziell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden.6

2. Hagebuttenpulver

Recht einig ist sich die Wissenschaft inzwischen darüber, dass die in Hagebuttenpulver enthaltenen Galaktolipide für Arthrose-Patienten einen gleich doppelten Nutzen bringen: Der Wirkstoff hat antioxidative Eigenschaften, er schaltet also freie Radikale aus, die den Knorpel (weiter) schädigen können. Gleichzeitig stabilisiert er die Knorpelzellmembran und verhindert so den weiteren Verfall. Galaktolipide schützen überdies das Knorpelgewebe vor den Leukozyten, die den Knorpelabrieb beseitigen sollen, dabei jedoch auch wichtige Kollagenfasern beschädigen können.7

3. Ernährungstherapie

Obwohl die Arthrose ursächlich keine entzündliche Gelenkerkrankung ist, bedingt der Prozess der Gelenkdegeneration lokale Entzündungsherde, die oft schubweise „aufflammen“. Fisch (Lachs, Thunfisch, Makrele) und hochwertige Pflanzenöle enthalten die Vorstufe der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die unter anderem für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt werden.

Einer weiteren wissenschaftlichen Überprüfung bedürfen die Ergebnisse einer Studie zu den positiven Effekten von Gemüse aus der Kreuzblütler-Familie: Sämtliche Kohlsorten, Brokkoli, Rüben und Kresse enthalten Sulforaphan, das in freigesetzter Form die Knorpelzerstörung im Gelenk verlangsamen soll.8

Das Ziel einer Ernährungstherapie bei Arthrose sollte nicht nur die Bevorzugung entzündungshemmender Lebensmittel sein, sondern – mindestens ebenso wichtig – der Abbau überflüssiger Kilos. Durch eine Gewichtsreduktion, die den Normalbereich anstrebt, werden alle Gelenke spürbar entlastet.

4. Glukosamin, Chondroitin und Hyaluronsäure

Die drei Vertreter dieses Terzetts eint, dass es sich jeweils um Substanzen handelt, die natürlicherweise vom Organismus selbst produziert werden – und sie sind Bestandteil des Knorpels. Forschungen zu diesem Komplex lag die Annahme zugrunde, dass eine gezielte Zufuhr sich positiv auf die Synthese und den Erhalt der Knorpelmatrix auswirkt. Zumindest für Glukosamin konnte dieser Effekt beobachtet werden. Für alle drei gilt, dass die Mikronährstoffe Symptome zu reduzieren vermögen, insbesondere eine Abnahme der Schmerzen und der funktionellen Bewegungsbehinderung – zudem konnte die Einnahme von klassischen nichtsteroidalen Antirheumatika deutlich abgesenkt werden.9

Hyaluron-Spritzen direkt ins Gelenk können besonders zu Beginn einer Arthrose spürbare Linderung bringen. Die langen, geschmeidigen Hyaluron-Moleküle lagern sich wie ein Kugellager an den Oberflächen des Knorpels an und lassen erst bei schnellen Bewegungen wieder los. Sie wirken daher wie ein temporärer Puffer. Allerdings übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer solchen Behandlung in der Regel nicht.

5. Bewegungstherapie

Nur bei ausreichender Bewegung wird die im wahrsten Sinne des Wortes lebensnotwendige Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gepumpt, die ihn mit allen wichtigen Nähstoffen versorgt und geschmeidig hält – gleichzeitig wird das gesamte Gelenk „geschmiert“. Auch bei Gelenkverschleiß ist es also extrem wichtig, die betroffenen Gelenke trotzdem zu bewegen, um den Knorpel nicht zusätzlich „auszuhungern“. Mit gezielten Übungen kann auch die umgebende Muskulatur gestärkt werden, wodurch eine auch subjektiv empfundene höhere Stabilität erreicht wird. Je nach Krankheitsbild und Konstitution des Patienten bieten sich eine Physio- oder Ergotherapie an, auch gezieltes Krafttraining, Tanz- und Wassergymnastik, sowie eine kontrollierte Sporttherapie.

6. Naturheilkundliche Wickel bei Arthrose

Die Rezepturen sind teilweise Jahrtausende alt: Wickel werden traditionell angewendet, um Gelenkschmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Dazu benötigen Patienten in aller Regel nicht mehr als ein Baumwolltuch, die entsprechende Auflage, gelegentlich eine Wärmeflasche und regelmäßig Zeit für die Anwendung. Gute Erfahrungswerte bei Gelenkverschleiß gibt es für Bockshornkleeauflagen (aus dem entsprechenden Pulver), Wickel mit Öl aus Hochmoortorf und Rosskastanie und Kohlwickel, dessen schwefelhaltige Inhaltsstoffe wie beispielsweise Senfölglycoside zusätzlich antioxidativ wirken.10,11

Wickel üben milde hydrotherapeutische Reize aus, deren Wirkung sich durch die Auflage selbst, die Dauer und die Temperatur bestimmen. Ihre Anwendung folgt den Prinzipien der Reiz-, Reaktions-Regulationstherapie.

7. Akupunktur und Yoga

Zur Schmerzreduktion bei Arthrose kann ganz wesentlich auch eine Akupunkturbehandlung beitragen. Der Reiz der Nadeln verhindert, einfach formuliert, dass die periphere Schmerzempfindung ungefiltert an die Schmerzzentrale im Gehirn weitergeleitet wird. Die Abnahme des subjektiv empfundenen Leidensdrucks begünstigt eine positivere Lebenseinstellung mit größeren Motivationspotential. Behandlungsvorteile ergeben sich auch durch Yoga oder Achtsamkeitstraining, die beide die Lebensqualität subjektiv erhöhen können. Die Studienlage zu diesem Themenkomplex ist gleichwohl mehr als spärlich.

Fazit: Der Forschungsbedarf ist groß – und drängend

Arthrose ist als degenerative Gelenkerkrankung mit den bis dato zur Verfügung stehenden Mitteln nicht heilbar. Der Gelenkverschleiß betrifft vornehmlich Menschen jenseits des 60sten Geburtstages – und aufgrund der hormonellen Disposition Frauen weitaus stärker als Männer. Das Fortschreiten des Knorpelabbaus wird von zum Teil heftigen Schmerzen begleitet, beeinträchtigt die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks und führt im finalen Stadium zu Steifheit und einer massiven Beeinträchtigung der persönlichen Lebensqualität.

Angesichts des kontinuierlich steigenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung besteht ein dringlicher Bedarf an weiteren Forschungen mit dem erklärten Ziel, den Prozess der Knorpelzerstörung aufzuhalten. Dabei liefern komplementär- und alternativmedizinische Ansätze mit ihren bislang erzielten Wirkungen relevante Fakten für eine weitere Überprüfung und Festigung der Ergebnisse. Betroffenen Patienten empfiehlt es sich aktuell, ihren Arzt ausdrücklich nach naturheilkundlichen Behandlungsmethoden der Arthrose zu fragen, wenn sie sich mit der Verordnung von Schmerzmedikamenten allein nicht zufriedengeben möchten.

Quellen anzeigen
  1. MVZ Gelenk-Klinik Dres Schneider, Ostermeier und Partner, Gundelfingen bei Freiburg. Osteoarthritis. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
  2. Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54: Arthrose. Berlin, 2013.
  3. KSW Kantonsspital Winterthur. Arthrose. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
  4. Dr. med. Stefan Preis, Westdeutsches Knie- und Schulter Zentrum, Klinik am Ring, Köln. Gelenkverschleiß Arthrose. 2020.
  5. Dr. Helge Riepenhof, BG Klinikum Hamburg. Arthrose: Symptome, Ursache und Hilfe. Norddeutscher Rundfunk. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
  6. Dr. med. Bernhard Dickreiter, PD Dr. Pawel Bak, MVZ Gelenk-Klinik Dres Schneider, Ostermeier und Partner, Gundelfingen bei Freiburg. Naturheilmittel gegen Arthrose. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
  7. Rein E, Kharazmi A, Winther K. A herbal remedy, Hyben Vital (stand. powder of a subspecies of Rosa canina fruits), reduces pain and improves general wellbeing in patients with osteoarthritis—a double-blind, placebo-controlled, randomised trial. Phytomedicine, 2004;11(5):383-391.
  8. Davidson RK, Jupp O, Ferrars R, et al. Sulforaphane Represses Matrix-Degrading Proteases and Protects Cartilage From Destruction In Vitro and In Vivo. Arthritis & Rheumatology. 2013;65(12):3130-40.
  9. McAlindon TE, LaValley MP, Gulin JP, Felson DT. Glucosamine and Chondroitin for Treatment of Osteoarthritis: A Systematic Quality Assessment and Meta-analysis. JAMA. 2000;283(11):1469-75.
  10. Prof. Dr. med. Musa Citak, Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. Alternative Heilmethoden bei Arthrose. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
  11. Prof. Dr. Andreas Michalsen, Immanuel Krankenhaus Berlin. Wie Wickel bei Gelenkschmerzen helfen. Abgerufen am 10.-26.01.2024.
Marina Huthmacher, Diplom-Journalistin und ehemalige Chefredakteurin eines Nachrichtendienstes. Marina Huthmacher
Marina Huthmacher nutzt ihre Erfahrung als Diplom-Journalistin und langjährige Chefredakteurin eines Nachrichtendienstes, um komplexe medizinische und gesundheitspolitische Themen verständlich zu machen. Ihre unabhängige und gründliche Berichterstattung auf Naturheilverfahren.de hilft unseren Lesern, die Nuancen der Komplementär- und Integrativmedizin besser zu verstehen.
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Fragen und Antworten

Wie funktioniert ein gesundes Gelenk?

Um das Zerstörungspotential der Arthrose besser einschätzen zu können, hier ein kleiner Ausflug in die gesunde Gelenkanatomie. Die Gelenkkapsel bildet das schützende Heim für die eigentliche Gelenkhöhle. Um zu verhindern, dass sich die Knochen bei Bewegung gegenseitig "abreiben", sind die Enden mit einem hyalinen Knorpel überzogen. Er besteht aus Knorpelmatrix (95 Prozent) und Chondrozyten (5 Prozent). Das sind Knorpelzellen, die gleichzeitig für Auf- und Abbau der Matrix Verantwortung tragen.

Der Knorpel selbst wirkt wie ein stoßdämpfendes, elastisches Polster, das Krafteinwirkungen abfedert und verteilt. Die Reibungsprozesse in der Gelenkhöhle werden zusätzlich durch die Gelenkflüssigkeit, die eingangs erwähnte Gelenkschmiere, reduziert, die in der Gelenkinnenhaut hergestellt wird. Bei Druckbelastungen sorgt sie für einen geschmeidigen Gleitfilm auf den Gelenkflächen. Außerdem versorgt sie das Knorpelgewebe mit Nährstoffen – da dieses selbst keine Blutgefäße (und auch keine Schmerzrezeptoren) hat. Bewegung hält das gesamte System fit: Bei Entlastung saugt der Knorpel nährstoffreiche Flüssigkeit an, bei Belastung gibt er verbrauchte Flüssigkeit zur Entsorgung ab.1

Quellen:

  1. Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54: Arthrose. Berlin, 2013.
Wie macht sich Arthrose bemerkbar?

Eine Arthrose wird typischerweise immer durch eine gestörte Balance im Knorpelstoffwechsel ausgelöst. Einfach formuliert: Es wird mehr Knorpel ab- als neu aufgebaut. Die Knorpelzellen schlagen Alarm und beginnen hektisch Knorpelmatrix-Komponenten zu produzieren, die jedoch infolge der übereilten Herstellung eine mindere Qualität haben. Diese Neubildungen gestatten zunächst noch eine normale Nutzung des Gelenks, sie sind jedoch nicht so resistent gegen Belastungen. Dieses Stadium der Erkrankung kann durchaus mehrere Jahre umfassen – und bleibt häufig unbemerkt.

In der nachfolgenden Phase treten auf der Knorpeloberfläche Fissuren und Risse auf, die sie in eine kleine Kraterlandschaft verwandeln. Bei Gelenkbewegungen reiben ohnehin schon aufgeraute Knorpelschichten gegeneinander und tragen sich so ab. Das abgeriebene Knorpelmaterial wiederum gelangt in die versorgende Gelenkflüssigkeit und reizt die empfindliche Gelenkinnenhaut. Eine Überproduktion von Gelenkflüssigkeit begünstigt einen Gelenkerguss.

Schließlich führt der vollständige Abrieb des Knorpelgewebes zu einer Freilegung des Knochens. Dieser reagiert auf die unmittelbaren mechanischen Kräfte mit Verdichtung und Glättung – ein Umstand, der die stoßdämpfenden Eigenschaften weiter verringert. Die Ansammlungen von Knorpel- und Knochenabrieben leisten sogenannten Geröllzysten Vorschub – und der Bildung von Knochenvorsprüngen. In dieser Phase einer aktiven Arthrose sind Schwellungen rund um das betroffene Gelenk auch äußerlich sichtbar. Akute Schmerzattacken, Rötungen und Überwärmung sowie Bewegungseinschränkungen plagen die Betroffenen.1

Im finalen Stadium geht der Bewegungsschmerz in einen chronischen Dauerschmerz über. Angrenzende Muskeln, Sehnen und Bänder werden in Mitleidenschaft gezogen. Irreversible Gelenksteifigkeit kann zu Unbeweglichkeit und damit sehr starken Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens führen. Arthrose gefährdet in nicht unerheblichem Maße eine unabhängige Lebensführung im Alter.

Quellen:

  1. Dr. med. Stefan Preis, Westdeutsches Knie- und Schulter Zentrum, Klinik am Ring, Köln. Gelenkverschleiß Arthrose. 2020.
Wie wird Arthrose diagnostiziert?

Für die eindeutige Diagnose einer Arthrose ist die Kombination aus Anamnese, eingehender Untersuchung und bildgebenden Verfahren unerlässlich. Zunächst sollten Patienten ausführlich nach aktuellen Symptomen und Missempfindungen befragt werden – bevor anschließend allgemeine Daten wie Alter, Größe und Gewicht dokumentiert werden. Weiteren Aufschluss geben Sicht- und Tastbefunde, spezielle Bewegungs- und Funktionsüberprüfungen.

Die Röntgenuntersuchung kann objektive Kriterien zur Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung liefern. Allgemein gilt die Verengung des Gelenkspalts als typisches Anzeichen für den bereits aktiven Abbau von Knorpelgewebe.1

Blutwerte, die auf eine Arthrose schließen lassen, gibt es hingegen nicht. Eine Blutuntersuchung kann daher nur dem Ausschluss anderer Gelenkerkrankungen mit ähnlichem Beschwerdeprofil dienen, beispielsweise der rheumatoiden Arthritis oder auch Gicht.

Quellen:

  1. Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54: Arthrose. Berlin, 2013.
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