Hilft Kurkuma beim Abnehmen? Neue Studien zu Curcumin bei Diabetes

Weltweit leben über 800 Millionen Menschen mit Diabetes, die meisten mit Typ 2. Übergewicht ist häufig und belastet den Stoffwechsel. Forschende prüfen nun, ob Kurkuma und sein Wirkstoff Curcumin beim Gewichtsmanagement helfen können.

Kurkuma-Kapsel mit Curcumin in der Hand – Studien zeigen leichte Gewichtsabnahme bei Typ-2-Diabetes durch Curcumin-Präparate.

Kurkuma und sein Wirkstoff Curcumin stehen im Fokus aktueller Forschungen – kann das Gewürz beim Gewichtsmanagement unterstützen? Foto: Shutterstock

So lief die Studie zu Kurkuma und Gewichtsmanagement ab

Für die Analyse werteten Forschende 20 klinische Studien mit Erwachsenen aus, die an Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes litten. Dabei handelte es sich um randomisierte, placebokontrollierte Untersuchungen.1

Erfasst wurden Körpergewicht, Body-Mass-Index (BMI), Körperfettanteil, Taillen- und Hüftumfang sowie das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Die Teilnehmenden nahmen über einen Zeitraum von acht bis 36 Wochen täglich zwischen 80 und 2.100 Milligramm Kurkuma oder isoliertes Curcumin ein.

In drei der 20 Studien wurden Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Juckreiz, Schwindel, Verstopfung, Hitzewallungen oder Übelkeit berichtet. Diese traten jedoch selten auf und wurden als mild beschrieben.

Ergebnisse: Kleine, aber messbare Veränderungen durch Kurkuma

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigte sich unter der Einnahme von Kurkuma- oder Curcuminpräparaten im Vergleich zu Placebo eine moderate Senkung des Körpergewichts um durchschnittlich 1,9 Kilogramm. Auch Taillenumfang (minus 1,9 Zentimeter), Körperfettanteil (minus 2,9 Prozentpunkte) und Hüftumfang (minus 1,0 Zentimeter) nahmen leicht ab. Für den Body-Mass-Index und das Verhältnis von Taille zu Hüfte ergaben sich keine Unterschiede.

Bei Teilnehmenden mit Prädiabetes sanken Körpergewicht (minus 2,5 Kilogramm) und Taillenumfang (minus 2,9 Zentimeter) signifikant. Eine Analyse der Dosis und Dauer zeigte, dass eine längere Einnahme von mehr als 22 Wochen mit einer stärkeren Gewichtsabnahme verbunden war. Höhere Tagesdosen führten außerdem zu einer deutlicheren Verringerung des Taillenumfangs.

Die Autoren bewerteten die wissenschaftliche Beweislage für Typ-2-Diabetes als niedrig bis sehr niedrig, bei Prädiabetes hingegen als moderat. Insgesamt seien die Effekte gering, aber beachtenswert.

Kurkuma als Ergänzung – nicht als Ersatz für Therapie und Bewegung

Die Auswertung zeigt: Kurkuma oder der enthaltene Wirkstoff Curcumin können bei Menschen mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes kleine, aber messbare Veränderungen von Gewicht und Körpermaßen bewirken.

Fachleute betonen jedoch, dass die Aussagekraft der Ergebnisse begrenzt ist. Viele Studien unterscheiden sich in Aufbau und Durchführung, und die meisten stammen aus nur wenigen Ländern. Die beobachteten Effekte sind zudem eher gering.

Für eine Gewichtsreduktion bleiben ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine ärztlich begleitete Behandlung entscheidend. Präparate mit Kurkuma oder Curcumin können allenfalls unterstützend eingesetzt werden, nicht als Ersatz für medizinische Therapie.

Dr. Markus Numberger, promovierter Neurowissenschaftler und medizinischen Fachautor, spezialisiert auf molekulare Neurobiologie, Komplementär- und Integrativmedizin sowie medizinische Kommunikation. Dr. rer. nat. Markus Numberger
Mit einer beeindruckenden Laufbahn, die ihn unter anderem ins Labor des Medizin-Nobelpreisträgers Bert Sakmann führte, ist Dr. Markus Numberger ein herausragender Experte in molekularer Neurobiologie. Seine wissenschaftliche Neugier und sein tiefgründiges Fachwissen, ergänzt durch Forschungsaufenthalte in den USA und an der Charité Berlin, ermöglichen es ihm, die Komplexität der Komplementär- und Integrativmedizin verständlich zu vermitteln.
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